Der Square de la Gare
Mit der Eisenbahnlinie Reims – Charleville entstand 1858 etwas außerhalb des historischen Stadtkerns ein vollständig neues Stadtviertel, welches sich in den nächsten 30 Jahren weiter entwickelte indem Geschäfte, Hotels und vornehme Bürgerhäuser gebaut wurden. Erst 1866 wich das ursprünglich aus Holz gebauten Bahnhofsgebäude einem gemauerten Bau und um den ankommenden Reisenden einen positiven Eindruck der Industriestadt Charleville zu vermitteln, gab es seit 1879 einen Musikpavillion.

Der heutige Musikpavillon, 1892 errichtet
Fläche vor dem Bahnhof, welche den Zugang zum eigentlichen Bahnhof nur erschwerte, wurde zu einer parkähnlichen Fläche umgestaltet, um ein angenehmeres Lebensgefühl zu vermitteln, wenn man nach Charleville anreiste, bzw. die Stadt wieder verließ. Heute zeugen die großen, aus Amerika importierten Bäume von einem weitreichenden Blick in die Zukunft. Diese Grünfläche war im öffentlichen Raum die einzige im industriell geprägten Charleville, auf welcher man flanieren konnte, und der gehobene Bürgerstand sich auch gerne zeigte. Zum Spott von Arthur Rimbaud, der dies in seinem Gedicht „A la musique“ auch ausdrückte. Besonders wenn das Musikkorps der französischen Armee im Pavillon aufspielte, drängte sich die Bevölkerung ringsherum. Vor 1914 wird von jährlich ca. 25 Musikveranstaltungen berichtet, dass die Stadtverwaltung sich genötigt sah, einige fest installierte Stuhlreihen aufzubauen, um dem Gedränge vor dem Pavillon einigermaßen Herr zu werden. Die anderen heutigen öffentlichen Parks oder Grünflächen innerhalb des Stadtkerns entstanden erst später aus privaten Gärten von Firmenbesitzern.


Blick in den Park mit altem Baumbestand Büste von Arthur Rimbaus
Heute wird die Anlage mit dem alten Baumbestand gerne für Messen genutzt, wo sich Firmen und Organisationen mit ihren Ständen präsentieren können.
