Deutsch-französische Freundschaft

Gestern war wettermäßig ein sehr warmer, wenn nicht heißer Tag in Charleville-Mézières, aber es war für mich auch ein denkwürdiger. Marie-Lise, Evelyn und ich hatten uns zum Mittagessen verabredet und es kam auch die Sprache darauf, wie könne man die deutsch-französischen Beziehungen festigen und vertiefen. Ich möchte vorausschicken, ich arbeite zwar als Mitglied im Partnerschaftskomitee Charleville-Mézières – Dülmen mit, aber ich bekleide keinerlei Funktion und ich bin absolut kein Sprecher und kein offizieller oder offiziöser Vertreter. Wie auch dieser Blogg kein offizielles Sprachorgan des Komitees ist, sondern mein privater Blogg und ich bin auch nicht in irgendeiner offizieller Funktion hier in CMZ, sondern als normaler Tourist, der Freunde besucht, wie jeder anderer Dülmener hier Tourist sein kann. Aber Gedanken, wie eine internationale Freundschaft sich weiter entwickeln kann, sollte sich auch jeder Privatmann machen.

Das restaurierte Rathaus von Charleville am Place Ducale

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Markthalle und Konzert

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Nike schwebt über alle

Keine hundert Meter entfernt von meinem Appartement in der Rue de la Paix, der Straße des Friedens, befindet sich der Square Winston Churchill. Eine Grünanlage mit großen Bäumen ringsherum und einer martialischen Soldatengruppe in der Mitte, über welche die Siegesgöttin Nike mit einem Lorbeerkranz schwebt. Ich sitze gerne in dieser kleinen Grünanlage, denn schnell kommt man miteinander ins unverbindliche Gespräch. Winston Churchill hieß die Anlage bei ihrer Einweihung 1923 noch nicht, sondern Place Carnot, nach dem ehemaligen ermordeten Staatspräsidenten Sadi Carnot.

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2030 – 100 Jahre Insel

Eines der mächtigsten Gebäude Charlevilles ist zweifelsohne die alte Mühle am Ufer der Meuse unterhalb des Place Ducale. Eine breite Brücke führt Radfahrer oder Fußgänger an das andere Ufer des Flusses und überquert dabei noch eine baumbestandene Insel. Die Mühle, längst außer Diensten, beherbergt das Museum Arthur Rimbaud und war in ihrer Mächtigkeit vor 400 Jahren mit den Atommeilern unserer Zeit vergleichbar. Nicht nur ein Kraftwerk als Getreidemühle, sondern Energielieferant für Sägewerke, Schmieden, Walk- oder Steinmühlen.

Frontansicht der Mühle, heute Museum Arthur Rimbaud

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Arthur Rimbaud

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Das Appartement

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Der Weg ist das Ziel

Ich wusste es ja vorher, nicht allein Charleville-Mézières ist das Abenteuer, sondern allein die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln sorgt für genügend Adrenalinschübe. Das Taxi wurde um 6.20 Uhr bestellt und zugesichert für 8.30 Uhr. Um 8.33 Uhr mein erneuerter Anruf: „Yupps, ich habe sie vergessen“. Es wurde schnell ein Privatwagen organisiert und um 8.45 Uhr ging es in zügiger Fahrt zum Bahnhof. Sie wäre nicht nötig gewesen, denn mein Zug nach Gelsenkirchen kam weniger zügig, er hatte Verspätung.

Angekommen, wenn ich dieses Gebäude verlasse – der Bahnhof von

Charleville-Mézières

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Hl. Antonius von Padua

Das Monument der vier Aymon-Söhne mit dem Pferd Bayard oberhalb von Bogny-sur-Meuse ist immer ein Tagesausflug wert, jedoch erfährt man die Mächtigkeit der Ardennen erst einige Kilometer nördlicher in Monthermé bzw. auf der anderen Uferseite der Meuse vom Point de vue de la Roche a 7 heures. Von dort oben schaut man auf die mäandernde Meuse herab, welche Monthermé umfließt. Diese Flussschleife gilt als die spektakulärste Frankreichs, und man sollte an einem sonnigen Morgen um 7 Uhr dort sein, will man den Quarzfelsen, auf welchem der Aussichtspunkt steht, in seiner gesamten glitzernden Schönheit sehen.

Die Flussschleife der Meuse, auf dem anderen Ufer Monthermé

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Missverständnisse

Eine telefonische Diskussion mit der Heimat entbrannte, als nachgefragt wurde, ob ich denn bei meinen zahlreichen Restaurantbesuchen auch schon Coq au vin gegessen hätte. Ich aber hatte Croque monsieur registriert. Ehrlich gesagt, ich habe in Charleville-Mésières in noch keinem Bistro Croque Monsieur angeboten bekommen, wobei Bistros entsprechend dem Pariser Klischee hier auch seltener sind. Als ich mich darauf versteifte, dass es sich um ein Sandwich handele, und nicht wie in den deutschen Kochbüchern beschrieben, um eine Poularde, die in Wein mariniert und mit verschiedenen Gemüsen gekocht wird, kam uns erst am nächsten Tag in den Sinn, dass wir von sehr unterschiedlichen Gerichten sprachen. Aus einem Croque Monsieur kann man keinen Coq au vin machen, aber manche meiner Synapsen unterscheiden nicht zwischen Croque und Coq.

Croque-Varianten mit Ziegenkäse und Honig, oder die Standardausführung mit weicher Butter, Schinken und Emmentaler

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Jetzt hat’s mich erwischt

Nein, noch habe ich mich nicht ohne au revoir für dieses Jahr aus dem Blog verabschiedet, sondern einfach das Bett gehütet. Was mit einem lästigen Schnupfen begann, wurde zu einem herausfordernden Husten, der mich eine Nacht wachhielt. Ein mitfühlender Apotheker verkaufte mir seinen Hustensaft und in Kooperation mit dem Honig aus meiner hauseigenen Imkerei war nach zwölf Stunden sowohl mein Husten als auch mein Schnupfen „perdu“ – wie man in Frankreich auch weitaus tragischere Ereignisse bezeichnet. Nur Schlappheit und Schmerzen in Höhe des Zwerchfells erinnern mich an ungeliebte Stunden. Damit seien meine Aussetzer für vier Tage erklärt.

Hustensaft und Honig zum Frühstück, Mittag und Abend und als Zwischenmahlzeit – es gibt Schlimmeres

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