2030 – 100 Jahre Insel

Eines der mächtigsten Gebäude Charlevilles ist zweifelsohne die alte Mühle am Ufer der Meuse unterhalb des Place Ducale. Eine breite Brücke führt Radfahrer oder Fußgänger an das andere Ufer des Flusses und überquert dabei noch eine baumbestandene Insel. Die Mühle, längst außer Diensten, beherbergt das Museum Arthur Rimbaud und war in ihrer Mächtigkeit vor 400 Jahren mit den Atommeilern unserer Zeit vergleichbar. Nicht nur ein Kraftwerk als Getreidemühle, sondern Energielieferant für Sägewerke, Schmieden, Walk- oder Steinmühlen.

Frontansicht der Mühle, heute Museum Arthur Rimbaud

Der Gründer der Stadt Charleville, Charles de Gonzague, Herzog von Mantua, ließ mit der Erbauung dieser Mühle alle anderen Mühlen am Fluss zerstören. Somit hatte er den genauesten Überblick über die Getreideernten seiner Bauern und direkten Zugriff auf die Abgaben für das Mahlen. Zudem konnte er auch den Mehlpreis bestimmen, was bei schlechten Ernten oder Kriegsereignissen enorm wichtig war, denn freie Müller waren immer geneigt, den Mehlpreis nach Angebot und Nachfrage schwanken zu lassen. Bei einer Preisfestlegung durch den Regenten wurden so Hungerrevolten unterbunden. Viele Getreidemühlen verblieben daher im Eigentum des Landesherren und wurden nur mit Einjahresverträgen an die Müller verpachtet. 1626 in Betrieb genommen erhielt die Mühle von Charleville den Namen „Porte de Liège“. 1754 wurde die Mühlenkuppel durch ein Feuer zerstört.

Um den Schiffen die Navigation zu erleichtern, wurde die Meuse 1870 begradigt und die hölzernen Mühlräder abgebaut. Seitdem nutzte man das Gebäude als Treffpunkt, zudem entstand um den alten Deich, der den Mühlbach zum Betrieb der Mühlräder von der Meuse trennte. die heutige Insel durch den Yachtclub. 1930 beschloss der Stadtrat die Insel zu einem Park um zu gestalten. Deswegen dürften die ältesten Bäume in vier Jahre ihre 100jährige Pflanzung rauschen. 1959 wurde die Mühle zum Museum über Charleville, 1991 spezialisierte man sie auf Arthur Rimbaud.

Die Skulptur „Rodung des Landes“, heute besser bekannt als „Der Pflüger“ wurde 1908 als 18 Meter langes bronzene Kunstwerk aufgestellt. Die ursprünglich den Pflug ziehenden sechs Ochsen und der sie leitende Bauer wurden von den deutschen Truppen 1940 abgebaut und mitgenommen. 2022 wurden die verbliebenen Reste restauriert und wieder aufgestellt. Heute finden auf der Insel kleinere Feste und Veranstaltungen statt, die anliegenden Schiffe dienen als Restaurent oder Diskothek.

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